JORDANISCHER Nachrichtenbrief

 

 

 

Ausgabe September 2002

 

McConnell: Jordanien wird befähigt, ICT Entwicklungsmodell zu werden 

Einem neuen Report von McConnell International zufolge verfügen die Initiativen für nationale Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) über das Potential, Jordanien als ICT-Entwicklungsmodell zu etablieren und das Land in die Lage zu versetzen, wirtschaftlichen Wohlstand rund um den Technologie-Bereich aufzubauen. Der Bericht mit dem Titel „Jordaniens nationale Bereitschaft im e-Bereich – ein umfassender Überblick über Jordaniens Wettbewerbsvorteile“ wurde vom Verband für Informationstechnologie (int@j) in Auftrag gegeben. Der Bericht bietet einen umfassenden Überblick über Jordaniens wichtigste ICT-Stärken, Schwächen und Aufgaben und endet damit, dass Jordanien auf seinem Weg, wirtschaftliche Möglichkeiten, die auf ITC-Entwicklung beruhen, aufzubauen, zwar mit Hindernissen konfrontiert wird, jedoch gleichzeitig über viele grundsätzliche Stärken verfügt und die gestellten Herausforderungen angemessen angehen kann.  „McConnell International geht davon aus, dass Jordanien sich nicht lange im Mittelfeld des e-Bereichs befinden wird. Wenn das Land die Lektionen der heutigen Führungsspitzen beherzigt, aus seinen Vorteilen Nutzen zieht und diese vermarktet und sein fortschrittliches Programm zeitlich günstig und effizient in Kraft setzt, wird Jordanien ein Modell-Land für ICT-Entwicklung werden“, behauptet der Bericht.

Der McConnell-Bericht stellt vier Hauptstärken Jordaniens fest: Führungsqualität, Zusammenarbeit zwischen öffentlichem und privatem Sektor, eine junge, gut ausgebildete Bevölkerung sowie regulierende und rechtliche Reform. Die Führungsrolle Seiner Majestät König Abdullah II und die Arbeit der Regierungsminister sowie der Initiativen aus dem öffentlich/privaten Sektor wie beispielsweise Jordaniens REACH-Strategie werden als höchst erfolgreiche Bestandteile der Entwicklung der jordanischen ICT Industrie betrachtet. 

Intel CEO kündigt Besuch in Jordanien an 

Craig Barrett, Präsident und Vorstandsvorsitzender der Intel Corporation, wird Jordanien besuchen und anlässlich des Forums für Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT), das vom 30. September bis 1. Oktober 2002 in Amman stattfindet, eine Schlüsselrede halten. Intel ist der weltweit größte Chip-Hersteller und gilt als führend in der IT-Industrie. „Jordanien hat im Nahen Osten einen Präzedenzfall für Veränderungen geschaffen. Es demonstriert die Leistungen, die aus einer starken Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Sektoren resultieren können, insbesondere im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie“, sagte Barrett. „Ich hatte das Vergnügen, Vertreter des jordanischen ICT-Sektors zu treffen, und ich schätze die dynamische Vorgehensweise des Landes bezüglich der Entwicklung eines soliden ICT-Bereichs, der die Wirtschaft voranbringen und deren Wachstum fördern kann. Ich freue mich darauf, in diesem Jahr Teilnehmer dieser Veranstaltung zu sein und stärkere Synergien mit dieser jungen Nation und ihrer Bevölkerung zu schaffen“, sagte Barrett.

Ziel des ICT-Forums ist es, Investmentchancen hervorzuheben. Es wird erwartet, dass rund 700 Vertreter großer internationaler Unternehmen und örtlicher Firmen daran teilnehmen werden. 

ASEZ Szene 

  • Seine Majestät König Abdullah II traf den Vizepräsidenten der Bechtel Corporation, Donald Marshall, der S.M. über die vorbereitenden Studien des Unternehmens zum Entwurf eines strategischen Plans zur Entwicklung der „Aqaba Special Economic Zone (ASEZ)“ unterrichtete. Der Plan soll gemäß einer integrierten Annäherungsweise umgesetzt werden und in einem institutionellen Rahmen für das Komitee erscheinen, der sich mit der Entwicklung Aqabas befasst. Während des Treffens betonte S.M. die Notwendigkeit, diesen Plan so rasch wie möglich umzusetzen. Marshall erklärte, das US-Unternehmen werde mit der ASEZA zusammenarbeiten, um den umfassenden Plan für die Wirtschaftszone zu realisieren sowie bei der Schaffung von Infrastrukturen und öffentlichen Dienstleistungen, Landentwicklung und Einrichtung von Unternehmen hilfreich zur Seite stehen. ASEZA wird Städteplaner zum Bau einer Stadt für Schwerindustrie, Gebäudekomplexe für technische Industrien, Lager und logistische Dienstleistungen sowie Büro- und Wohngebäude einladen.

  • Informationsquellen der ASEZA sprechen davon, dass ASEZ in den nächsten drei Jahren auf Investitionen in Höhe von € 1.2 Milliarden hoffen kann. Etwa € 200 Millionen werden in industrielle Projekte fließen. Seit ihrer Gründung im Februar 2001 hat die Freihandelszone bereits Investitionen in Höhe von mehr als € 1 Milliarde erhalten. Das australische Unternehmen „Sun Rice Food Industries“ plant den Bau einer neuen Anlage in der Zone (€ 6 Millionen). Das Projekt zielt darauf ab, die Zone als regionales Zentrum des Unternehmens zu etablieren und die australischen Reis-Exporte auf dem jordanischen Markt sowie auf dem Markt in MENA (Mittlerer Osten & Nordafrika) zu unterstützen und zu vermarkten. 

BIP wächst auch im 2. Quartal 

Dr. Bassem Awadallah, Minister für Planung, stellte fest, dass das Statistische Amt die Vorbereitungen für die Erstellung der Ausgangszahlen über das BIP des Landes für das zweite Quartal 2002 abgeschlossen hat. Gemäß dieser Zahlen kann die Wirtschaft des Landes einen Zuwachs von 4,9 % hinsichtlich der Preisbindung im Vergleich zu 4,4 % für den gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres verzeichnen. Diese außergewöhnliche Leistung, die als die beste seit dem dritten Quartal 1999 angesehen werden kann, spiegelt die Regierungspolitik und Regierungsprogramme wider, die darauf abzielen, die Säulen der Finanz und finanziellen Stabilität zu stärken und ein investitionsförderndes Klima zu schaffen, sagte Dr. Bassem. Während des diesjährigen Quartals stiegen die Marktpreise des BIP um 5,4 %, verglichen mit 3,7 % im Vergleichszeitraum des letzten Jahres. Die Zunahme ist ein Resultat des Wachstums in den Bereichen Landwirtschaft, Bergbau, herstellende Industrien, Restaurants und Hotels, Verkehr und Kommunikation, Geldwesen, Versicherungen und Immobilien sowie Dienstleistungen der Regierung. 

Marriott wird neues Hotel am Toten Meer eröffnen 

Mit der Eröffnung des „Jordan Valley Marriott Resort & Spa“ im Oktober 2002 wird Marriott International seinen Hotelbereich in Jordanien erweitern. Das neue Hotel wird das dritte Haus des Unternehmens in Jordanien sein, das kompletten Service anbietet. Das „Jordan Valley Marriott Resort & Spa“ liegt 400 Meter unter dem Meersspiegel, dem niedrigsten Punkt der Welt, und bietet von seinen 216 Zimmern und beinahe jeder anderen Einrichtung sowie dem Restaurant einen Blick auf das Tote Meer. Das Hotel ist von Amman aus in etwa 40 Autominuten zu erreichen und liegt an dem mineralstoffreichen Meer, das für seine heilenden Kräfte von Alters her berühmt ist. Marriott wird in naher Zukunft mit der Entwicklung des „Aqaba Marriott Resorts“ am Roten Meer beginnen, seinem vierten Projekt in Jordanien, das voraussichtlich 2004 eröffnet werden soll. 

Mehr chinesische Investoren während der kommenden Monate 

Quellen der Handelskammer in Amman zufolge hat Jordanien chinesische Investments in Höhe von € 35,7 Millionen angezogen, die sich voraussichtlich im Laufe dieses Jahres verdoppeln werden. Jordanische und chinesische Geschäftsleute arbeiten an einem gemeinsamen Projekt im Bereich der Elektronik-Industrie. Das Handelsvolumen beider Seiten beläuft sich auf € 372,5 Millionen, wobei die jordanische Beteiligung die chinesische Seite um € 193,8 Millionen übertrifft. 

Jordanische Arzneimittel: € 1 Milliarde bis zum Ende der Dekade 

Nach Angaben eines kürzlich von Desai veröffentlichten Berichts, der aus Mitteln der US-Entwicklungshilfe für das AMIR-Programm finanziert wurde, wird erwartet, dass die jordanische Arzneimittelindustrie bis zum Ende 2010 die Summe von € 1 Milliarde übersteigt. Das ist das Vierfache des gegenwärtigen Volumens. „Jordanische Arzneimittelfirmen sind erst dabei, sich auf dem € 88 Milliarden schweren europäischen Arzneimittelmarkt auszubreiten, der mehr als zehnmal so groß ist wie der MENA-Markt (Naher Osten & Nordafrika), Jordaniens traditionellem Absatzmarkt“, sagte ein Fachberater für Industrie des Ministeriums für Handel und Wirtschaft (MTI).

Der Bericht weist verschiedene Verbesserungsgebiete in den Arzneimittelgruppen nach – im Blickpunkt stehen Märkte mit langsamen oder keinem Wachstum, unterentwickelte Verbindungen mit großen pharmazeutischen Unternehmen, schwache Förderleistungen und grundsätzlich wenig effektive Prüfungsmaßstäbe der Regulatoren. Dem Bericht zufolge „...genießt die Qualität der Produkte der jordanischen Arzneimittelindustrie auf traditionell arabischen Märkten einen guten Ruf, ist aber auf den viel versprechenden neuen Märkten so gut wie unbekannt“. Ein großer Nachteil ist, dass Jordanien nicht wie Firmen aus Osteuropa und Indien an der Börse konkurriert.

Herausgegeben von der Wirtschaftsabteilung der Jordanischen Botschaft. Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Herrn Haitham Abu Alfoul, phone 30-36 99 600 fax 30-36 99 6011, [email protected].