JORDANISCHER Nachrichtenbrief

 

 

 

Ausgabe Oktober 2002

 

König und Königin statten Deutschland einen Staatsbesuch ab 

Ihre Majestäten König Abdullah II und Königin Rania statteten Deutschland vom 21. bis 24. Oktober 2002 einen Staatsbesuch ab. Während des Besuches führte König Abdullah II Gespräche mit dem deutschen Bundespräsidenten Johannes Rau und Bundeskanzler Gerhard Schröder sowie anderen ranghohen deutschen Regierungsvertretern über Möglichkeiten der Förderung der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Bindungen. Während des Besuches der Bundesländer Brandenburg und Bayern und anlässlich eines Treffens mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten erörterte Seine Majestät Möglichkeiten der Erweiterung der bilateralen Zusammenarbeit auf den Gebieten Investment, wissenschaftliche Forschung und Informationstechnologie. 

Der König traf außerdem mit der Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie mit führenden Geschäftsleuten aus dem öffentlichen und privaten Sektor zu Gesprächen über wirtschaftliche und Entwicklungszusammenarbeit und Investitions-möglichkeiten zusammen. Während eines Wirtschaftsgesprächs mit König Abdullah II, organisiert von der Nordafrika Mittelost Initiative der deutschen Wirtschaft (NMI), unterrichtete Seine Majestät die Anwesenden über Investitionsmöglichkeiten im jordanischen Königreich. Deutsche Investoren und Geschäftsleute waren sehr daran interessiert, mehr über einige wichtige jordanische Sektoren wie Energie, Wasser, Tourismus und den IT-Bereich zu erfahren. Sie bezeichneten die Schritte als "weise", die Jordanien hinsichtlich einer Verbesserung der wirtschaftlichen Leistungen unternommen hat, und waren der Ansicht, dass die Exportrate des Landes auf den europäischen Markt steigen wird, da das Abkommen der Europa-Jordanien Partnerschaft bereits in Kraft getreten ist. 

Die Unterzeichnung eines Umschuldungsabkommens zwischen Jordanien und Deutschland bildete einen Teil des Besuches. In dem Abkommen werden die Bedingungen für die Rückzahlung von € 97 Millionen festgelegt. Das Abkommen ist ein wesentlicher Beitrag zur Unterstützung des jordanischen Prozesses zur Wirtschaftsreform.

Der König: Jordanien ist entschlossen, ICT-Zentrum zu werden 

Seine Majestät König Abdullah II versicherte erneut Jordaniens Entschlossenheit, ein regionales Zentrum für Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) zu werden, indem er sagte: "Ich möchte, dass jedermann weiß, dass es uns sehr ernst damit ist, den IT-Bereich unabhängig von regionalen und globalen Ereignissen vorwärts zu bringen." Anlässlich der Eröffnung des zweiten jordanischen ICT-Forums wiederholte der König: "Wir haben einen Schritt in die richtige Richtung getan... Wir sind entschlossen, IT hier zum Erfolg zu führen, nicht nur für diejenigen, die in diesem Bereich arbeiten, sondern mit dem Ziel, die gesamte Wirtschaft zu stärken." 

Seine Majestät, der sowohl von ausländischen als auch von einheimischen Beobachtern als Jordaniens IT-Champion angesehen wird, bezeichnete diejenigen Jordanier, die im Ausland hohe Positionen im IT-Bereich einnehmen, als Botschafter des guten Willens für ihr Land, aber "die Schlussphase muss sein, sie wieder nach Jordanien zurück zu bringen", sagte der König. "Wir haben ein Problem mit der Abwanderung von Wissenschaftlern, und wir möchten in der Lage sein, Abwanderung in Zuwanderung zu verwandeln", erklärte der König. Er drängte die privaten  und öffentlichen Sektoren, mehr zu unternehmen. "Es wurde sehr viel getan hinsichtlich Stiftungen, Infrastrukturen und der Gesetzgebung, aber wir möchten, dass Unternehmen die Gelegenheit wahr nehmen und uns dabei helfen, Kapazitäten aufzubauen und Wege der Zusammenarbeit zu finden", sagte der König. 

Das „Jordanische ICT-Forum“ war ein überwältigender Erfolg und zeigte Jordaniens Bemühungen und bemerkenswerte Leistungen im Aufbau einer pulsierenden ICT-Industrie. Dr. Craig Barrett, Vorstandsvorsitzender von Intel, bewunderte und lobte die Initiativen und Bemühungen der Regierung, eine nationale e-Lernplattform aufzubauen und ein „e-government“ Programm in Kraft zu setzen. Barrett sagte: "Um in Richtung einer Wirtschaft zu gehen, die auf Wissen und Ausbildung basiert, müssen sich alle Länder auf ihre Bildungssysteme konzentrieren, sie müssen nicht nur in Schulen eine entsprechende Infrastruktur einsetzen und Programme entwickeln, die Bürgern und kommerziellen Sektoren die Vorzüge der Nutzung von Technologie demonstrieren." Um mehr über das Forum zu erfahren, besuchen Sie bitte die folgende Website: Information Technology of Association of Jordan. 

Amerikanisch-jordanische Expo – AJEX 2003 

Vom 26. bis 29. März 2003 wird die amerikanische Handelskammer in Jordanien (JABA) in Amman die zweite amerikanisch-jordanische Expo - AJEX 2003 Konferenz und Ausstellung - organisieren. Die Veranstaltung wird sich auf den wechselseitigen Handel zwischen jordanischen, amerikanischen und internationalen Investoren sowie auf  Investitionsmöglichkeiten mit Organisationen konzentrieren, die sich Jordaniens exklusive Lage als einziges arabisches Land mit einem Freihandelsabkommen mit den Vereinigten Staaten zunutze machen wollen. Außerdem wird die AJEX 2003 die verschiedenen wirtschaftlichen Möglichkeiten sondieren, die die „Aquaba Special Economic Zone“ und die „Qualifying Industrial Zones (QIZ's)“ bieten. Seit der Inkraftsetzung des FTA zwischen Jordanien und den USA Ende 2001 sind die jordanischen Exporte auf den US-Markt deutlich gewachsen. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres stiegen sie um beachtliche 70 % und haben ihr Wachstum mit der gleichen Geschwindigkeit bis heute fort gesetzt. 

Die AJEX 2003 wird dabei helfen, den starken wirtschaftlichen Chancen und Handelsvorteilen zwischen Jordanien und den USA mittels des FTA sowie der Teilnahme hochrangiger Sprecher aus den USA und Jordanien sowie aus der Region Nachdruck zu verleihen. Für weitere Informationen besuchen Sie bitte http://www.ajex.org. 

Exporte steigen um 16 %, erwartetes Wirtschaftswachstum 5,1 % 

Während der ersten acht Monate dieses Jahre stiegen die jordanischen Exporte um 16 % und betrugen damit insgesamt € 1,402 Milliarden gegenüber € 1,207 Milliarden im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres. Nach einem Bericht des Statistischen Amtes verringerten sich die Importe des Landes um 4 %, während das Handelsdefizit um 20 % von € 1,789 Milliarden auf € 1,428 Milliarden zum Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres fiel. Der Exportanstieg und die positiven Leistungen der Wirtschaft sind ein klarer Beweis für die Effizienz der Regierungspolitik, die sich darum bemüht, ein unternehmerfreundliches Klima aufzubauen und die Säulen der finanziellen und monetären Stabilität zu stärken. 

Trotz der regionalen Probleme, der Anschläge des 11. Septembers und der neuerlichen Drohungen der USA gegen den Irak sind die jordanischen Exporte in den vergangenen zwei Jahren beständig um 5,1 % pro Jahr gewachsen. 

EU und Jordanien unterzeichnen Finanzierungsabkommen in Höhe von € 92 Millionen 

Chris Pattern, europäischer Beauftragter für auswärtige Beziehungen, unterstrich die anhaltend starke Verpflichtung der Europäischen Union zur Europa-Mittelmeer-Partnerschaft (Barcelona-Prozess). Anlässlich eines Besuches in Jordanien am 14. und 15. Oktober 2002 diskutierte Pattern mit jordanischen Regierungsvertretern über Mittel und Wege zur Stärkung der beiderseitigen Partnerschaft, die durch das Handelsabkommen zwischen Jordanien und der EU gefestigt wird, und forderte dazu auf die Chancen zu nutzen, die dieses Abkommen bietet. Pattern unterzeichnete ferner eine Reihe von Finanzierungsabkommen mit einem Gesamtvolumen von € 92 Millionen, die Projekten zugute kommen sollen, die die jordanischen Reformbemühungen unterstützen. Die Subventionen werden durch das MEDA-Programm fundiert und sollen der Unterstützung der öffentlichen Finanzreform, der Inkraftsetzung des Handelsabkommens, der Entwicklung der „Aqaba Special Economic Zone Authority“ sowie der Förderung und Unterstützung der Menschenrechte dienen.

Herausgegeben von der Wirtschaftsabteilung der Jordanischen Botschaft. Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Herrn Haitham Abu Alfoul, phone 30-36 99 600 fax 30-36 99 6011, [email protected].