JORDANISCHER Nachrichtenbrief

 

 

 

Ausgabe November 2002

 

Der König fordert mehr Investitionsprojekte 

Seine Majestät König Abdullah II forderte mehr Investitions- und Entwicklungsprojekte, die ein positives Licht auf Jordanien werfen könnten. Der König führte den Vorsitz eines Treffens zur Erörterung von Projekten, die innerhalb des wirtschaftlichen und sozialen Umwandlungsprogramms (ESTP) durchgeführt wurden. Bei dieser Gelegenheit betonte König Abdullah die Notwendigkeit einer Investitionspolitik zur besseren Ausbildung und Qualifikation der jordanischen Bevölkerung. Auf diese Weise könne eine nationale Wirtschaft geschaffen werden, die zu mehr Produktivität und Wissenserweiterung fähig ist. Auf dem Treffen wurden auch EST-Pläne und ESTP-Projekte für das zweite Jahr dieses Programms diskutiert. Premierminister Ali Abul Ragheb sagte, die Regierung halte an der weiteren Durchführung des ESTP-Projektes fest,  finanzielle Zuweisungen seien entweder durch Subventionen oder Privatisierungs-Einnahmen sicher gestellt.

Am 25. Oktober 2001 wurde ein Königlicher Brief an Premierminister Ali Abul Ragheb geschickt. Dieser Brief erteilte der Regierung den Auftrag, ein wirtschaftliches und soziales Umgestaltungsprogramm zu entwickeln. Dieses Programm sollte dazu beitragen, die Lebensqualität zu verbessern, drängende Probleme wie Armut und Arbeitslosigkeit nachdrücklich anzugehen sowie die öffentlichen Dienstleistungen zu verbessern. Die Arbeit an dem Programm begann Anfang 2002. Während des Treffens legte Planungsminister Dr. Bassem Awadallah Rechenschaft über diejenigen ESTP-Projekte ab, die während des ersten Jahres durchgeführt wurden. Die Projekte konzentrierten sich auf die Sektoren Wasser, Bildung, Jugend sowie Arbeitskräftepotential. Der Minister sagte, im Verlaufe des Programms habe die Regierung auch eine Reihe von wichtigen finanziellen, administrativen, bildungstechnischen und juristischen Reformen durchgeführt. Das Programm schließt außerdem eine regionale Entwicklung im Sinne der Verbesserungen von Dienstleistungen für Bürger, Ausbau der Infrastruktur und Erhöhung der Produktivität ein, sagte Dr. Awadallah.

Land Rover eröffnet $ 100 Millionen Montagewerk in Jordanien


Die englische Firma Land Rover hat ein Investitionsabkommen in Höhe von $ 100 Millionen mit Olé Jordan Co. (OJC) abgeschlossen. Das Abkommen regelt die Errichtung einer Fabrik in Jordanien, in der aus England importierte Fertigteile zu Land Rover-Fahrzeugen zusammen gebaut werden. Das Montagewerk in der südjordanischen Stadt Ma’an soll Mitte 2003 seine Produktion aufnehmen. Die Anlage soll in der Anfangsphase mehr als 5.000 Land Rover Defender 100 produzieren, die sowohl örtlich verkauft als auch innerhalb der Region exportiert werden sollen. Bill Begg, Regionaldirektor Land Rover für den Nahen Osten und Afrika, sagte, die Firma hoffe, „Jordanien als einen strategischen regionalen Lieferanten für andere Werke im Nahen Osten zu etablieren“. 

Anstieg der QIZ- Exporte in die USA  

Offiziellen Berichten der „Jordanischen Industrial Estates Corporation (JIEC)“ zufolge sind die US-Exporte der drei „Qualified Industrial Zones (QIZs)“ trotz politischer Spannungen in der Region erheblich gestiegen. US-Exporte der Al Hassan und Al Hussein Bin Abdullah II Qualified Industrial Zones und der Abdullah II Bin Al Hussein Industrial Estate sind während der ersten zehn Monate dieses Jahres um 28 % gestiegen und erreichten damit € 529 Millionen  verglichen mit € 411 Millionen während des gleichen Zeitraums in 2001. QIZ-Produkte genießen zollfreien Zugang  zum US-Markt ohne mengenmäßige Beschränkung. Gegenwärtig  gibt es in Jordanien vier arbeitende QIZs, zwei davon sind privater Natur. Sechs weitere, einschließlich der jordanischen Cyber City in Irbid, wurden als Industrieparks von den USA ausgewählt.

UNCTAD: Anstieg ausländischer Investitionen nach Jordanien 

Nach einem kürzlich von der „United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD)“ veröffentlichten Bericht stieg die Zufuhr an ausländischen Direktinvestitionen (FDI) nach Jordanien in 2001 auf $ 169.1 Millionen im Vergleich zu $ 39.2 Millionen in 2000. Der Report zeigte außerdem, dass die gesamte Zufuhr ausländischer Direktinvestitionen ins Ausland um die Hälfte sank. 2001 erreichten die Investitionen $ 735 Milliarden im Vergleich zu $ 1.492 Milliarden in 2000. UNCTAD schrieb diese Verminderung dem langsamen Wirtschaftswachstum weltweit, den negativen Auswirkungen nach den Anschlägen des 11. September auf die USA sowie dem Rückgang von Fusionierungen und Akquisitionen zu. 

JT stellt die Börse in Amman unter die größten arabischen Aktienbörsen 

Die Zulassung der Aktien der Jordan Telecom (JT) an der „Amman Stock Exchange (ASE)“ erhöhte die Kapitalisierung der Ammaner Börse auf  € 7 Milliarden. Diese Maßnahme stuft die ASE in die Reihe der größten arabischen Börsen im Sinne von Marktkapitalisierung ein. Jordan Telecom ist ein staatliches Unternehmen, das nach dem Verkauf von 10.5 % der Staatsaktien an die Wirtschaft privatisiert wurde. Obwohl die Regierung den Hauptteil seiner Aktien an diesem Unternehmen verkauft hat, hält sie immer noch 41.5 % von JT, während ein Konsortium, dem die Arab Bank und France Telekom angehören, 40 % kontrolliert. 

Pharmazeutische Exporte sollen um 16 % steigen 

Es wird erwartet, dass die pharmazeutischen Exporte Jordaniens, die in den ersten neun Monaten dieses Jahres mit ca. $ 157 Millionen auf dem zweiten Platz der Exportliste nach Kleidung liegen, Ende 2002 die Summe von $ 210 Millionen erreichen, sagten Quellen aus der Industrie. Falls dieses Ziel erreicht wird, werden die Exporte jordanischer Pharmazie-Produkte sprunghaft ansteigen und den Export des vergangenen Jahres von $ 180 Millionen um 16.6 % übersteigen. Quellen der jordanischen Vereinigung pharmazeutischer Hersteller (JAPM) sehen den Grund für die höheren Verkäufe in der „erfolgreichen Eroberung neuer Märke und den Beiträgen neu gegründeter Unternehmen“. Gegenwärtig arbeiten in Jordanien 14 pharmazeutische Unternehmen, aber nur drei davon begründen 55 % der Produktion. Fünf Unternehmen exportieren auf den europäischen Markt, zwei dieser Firmen haben mit ihren Exporten nach Großbritannien und Deutschland in diesem Jahr begonnen. 

Eli Lilly meldet Regionalbüro in Amman an 

Eli Lilly, das bekannte internationale Pharma-Unternehmen, hat den Einschreibungsprozess zum Aufbau eines regionalen Büros in Jordanien abgeschlossen. Der Pharma-Repräsentant sagte, das Regionalbüro des Unternehmens spiegele Jordaniens wichtige und vitale Position auf der regionalen Ebene hinsichtlich der Anziehungskraft pharmazeutischer Investments wider. Eli Lilly unterhält weltweit 154 Filialen and stellt 36.000 Arbeitsplätze zur Verfügung. Das jordanische Büro des Unternehmens wird auf jordanische Fachkenntnisse angewiesen sein.

Jordanisch-amerikanische Freihandelsabkommen-Website lanciert 

Mit Hilfe der jordanisch-amerikanischen Freihandelsabkommen (JUSFTA)-Website haben jordanische Geschäftsleute jetzt Zugriff auf Tausende von Handelsmöglichkeiten mit über 300 Millionen potentiellen Kunden in den USA. Die Website wurde kürzlich von dem USAID-fundierten AMIR-Programm in Zusammenarbeit mit der „TIJARA Coalition“ lanciert, einer öffentlich-privaten Partnerschaft, die JUSFTA ergänzt.

Die Website (http://www.jordanusfta.com/) ist eine zweckmäßige Quelle für jordanische Unternehmen und Firmen weltweit, um mehr über Handel und Investitionsmöglichkeiten mit Jordanien und den USA zu erfahren, die durch die JUSFTA ermöglicht wurden. Jordanien und die USA unterschrieben das Freihandelsabkommen, das 2001 in Kraft trat, am 24. Oktober 2000. Das jordanisch-amerikanische FHA ist das vierte, von Washington unterzeichnete FHA nach Abkommen mit Israel, Kanada und Mexiko. Es ist aber das erste Freihandelsabkommen, das mit einem arabischen Land abgeschlossen wurde.

Schweizerisch-jordanische IT-Partnerschaft wird auf dem Weg gebracht 

Als Ergebnis der öffentlich-privaten Partnerschaft (PPP) zwischen Jordanien und der Schweiz, die Seine Majestät König Abdullah II im vergangenen Monat anlässlich einer Feier im Schweizer Parlament ankündigte, wird erwartet, dass Amman und Bern die Geburtsstunde einer „einmaligen“ Partnerschaft feiern. Ziel dieser Partnerschaft ist es, Sektoren der Informationstechnologie (IT) beider Märkte die Möglichkeit zu bieten, aufeinander einzuwirken. Potentielle Partner sollen sich treffen, um Geschäftsverbindungen zu entwickeln und wechselseitige Investitionsbereiche zu schaffen. “Trado” ist der Spitzname dieser vierseitigen Plattform zur Aktivierung der Partnerschaft zwischen Spielern aus privaten und öffentlichen Sektoren. “Es ist ein Pilotprojekt, das sonst nirgendwo auf der Welt existiert“, sagte Walter Duss, Vizepräsident der Schweizer Interactive Media und Software-Vereinigung (SIMSA). Auf dieser Plattform (www.trado.org) finden Schweizer und jordanische Kunden sowie Anbieter von IT-Produkten und Dienstleistungen ausgezeichnete Möglichkeiten für eine attraktive Zusammenarbeit sowie relevante und aktuelle Informationen im Zusammenhang mit Geschäftsabschlüssen zwischen diesen beiden Ländern.

Jordanisches Marktprofil 

Die „Jordan Export Development & Commercial Centers Corporation (JEDCO)“ hat einen Report mit dem Titel “Jordanisches Markt-Profil” veröffentlicht. Der Bericht enthält eine Fülle von Details über die jordanische Wirtschaft. Er bietet Informationen über Wirtschaft, Außenhandel, Investment, Logistik sowie Marktzugänge und Vermögensanlagen im Bereich Handel. Wenn Sie interessiert sind, besuchen Sie bitte die Website http://www.jedco.gov.jo/jedco/Jordan.pdf.

Business Scene 

  • Nach Aussagen des Direktors der Industrie- und Handelskammer in Abu Dhabi wird das Freihandelsabkommen zwischen Jordanien und den Vereinigten Arabischen Emiraten den wechselseitigen Handel um 30 % steigern. Das Abkommen mit den VAE, das im Januar in Kraft treten wird, hilft jordanischen Exporten, einen Nutzen aus dem schrittweisen Abbau der Zollbestimmungen zu ziehen. Außerdem soll damit eine Zunahme der Markt-Wettbewerbsfähigkeit und der Wiederbelebung des gegenseitigen Transports erreicht werden. Das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern liegt bei € 100 Millionen, wobei mehr als 85 % aus Jordanien kommen.
  • Eine Delegation der „China Petrochemical International Corporation (SINOPEC)“ besuchte die „Aqaba Special Economic Zone (ASEZ)“, um mit Verantwortlichen der ASEZ eine Zusammenarbeit bezüglich energieverwandter Projekte zu erörtern. Sie wurden über Aqabas förderliche Investment-Umgebung und die infrastrukturellen Dienstleistungen unterrichtet, welche die „Special Zone“ zur Verfügung stellt. Die chinesische Delegation äußerte ihr Interesse an einer Reihe von zukünftig in der Zone zu errichtenden Projekten und bestätigte, dass man die Möglichkeit zur Lancierung verschiedener Chemie-Projekte in Aqaba prüfen werde. Die jordanischen Düngemittel-Exporte nach China haben mittlerweile im ersten Halbjahr 2002 € 29 Millionen erreicht. Dies ist ein Anstieg um 17.5 % zum Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres. Düngemittel machen 99 % des jordanischen Exports nach China aus, nach Schätzungen € 36 Millionen. Die chinesischen Exporte nach Jordanien in der ersten Hälfte dieses Jahres belaufen sich auf € 60 Millionen. Den größten Anteil dieser Exporte machen Textilien, Kleidung und elektrische Geräte aus.
  • Die „Central Bank of Jordan (CBJ)“ kürzte den Zinssatz für kommerzielle Bankguthaben. Dieser Schritt zielt auf eine Wiederbelebung der Wirtschaft sowie auf eine weitere Reduzierung des Kreditzinses ab, den diese Banken ihren Kunden berechnen.
  • Obwohl die gesamten Nettoschulden Jordaniens Ende September auf JD 6.597 Millionen (€ 9.560) anstiegen, verglichen mit JD 6.093 Millionen (€ 8.830) Ende 2001, repräsentieren beide Ergebnisse 97.3 % des jordanischen Bruttoinlandsprodukt (BIP), so ein Bericht des monatlich vom jordanischen Finanzministerium herausgegeben „Finance Bulletin“.

Herausgegeben von der Wirtschaftsabteilung der Jordanischen Botschaft. Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Herrn Haitham Abu Alfoul, phone 30-36 99 600 fax 30-36 99 6011, [email protected].