JORDANISCHER Nachrichtenbrief

 

 

 

Ausgabe Juli 2003

 

König: Jordanien misst Investitionen der Privatwirtschaft große Bedeutung bei 

Seine Majestät König Abdullah II diskutierte mit einer Delegation, die sowohl die Citibank Group als auch die „US Overseas Private Investment Corporation“ repräsentierte, deren Beiträge zur Unterstützung wichtiger Entwicklungsprojekte, die in den kommenden Jahren in Jordanien durchgeführt werden sollen. Der König sagte, Jordanien messe Investitionen des Privatsektors in bedeutende Entwicklungsprojekte des Landes eine große Bedeutung bei, da diese dem wirtschaftlichen Entwicklungsprozess Auftrieb verleihen. Anthoni Nilsson, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Citibank und Leiter der Delegation, betonte, Jordanien könne von den langfristigen finanziellen Bürgschaften der OPIC bei politischen oder wirtschaftlichen Risiken profitieren. Diese Bürgschaften können bis zu US $ 400 Millionen betragen. OPIC, eine Agentur der amerikanischen Regierung, die Versicherungen politischer Risiken und Darlehen verkauft, um amerikanische Unternehmen aller Größenordnungen zu unterstützen, investiert und konkurriert weltweit auf mehr als 150 aufstrebenden Märkten sowie in Entwicklungsländern.

Jordanisch-ägyptische Erdgas-Pipeline in Betrieb genommen 

König Abdullah II und Präsident Hosni Mubarak eröffneten offiziell Ende Juli eine strategische pan-arabische Erdgas-Pipeline zwischen Jordanien und Ägypten. Die 270 km lange Pipeline stellt die erste Phase eines inter-regionalen Wirtschaftsunternehmens dar, das auf mehr als US $ 1 Milliarde veranschlagt wird. Die Pipeline soll zunächst bis nach Syrien gehen, 2005 in den Libanon führen und 2006 Zypern und die Türkei erreichen. Eine 16 km lange Seeverbindung zwischen Taba und Aqaba, deren Bau in nur 18 Monaten beendet wurde, markiert die erste Phase dieses Projekts, durch das jährlich 1 Milliarde Kubikmeter ägyptisches Erdgas geliefert werden. Der Minister für Energie und Bodenschätze, Mohammad Batayneh, sagte, man erwarte, dass die Lieferung von ägyptischem Erdgas dem Königreich jährlich US $ 50 Millionen ersparen wird und zugleich eine kostengünstige und weniger gefährliche Energiequelle darstellt. 

Jordanische Abgesandte treffen sich in Amman und Petra 

Unter der Schirmherrschaft Seiner Majestät König Abdullah II fand in Amman und Petra das zweite Forum jordanischer Botschafter statt. Auf dem Forum mit dem Titel “Towards an excelling diplomatic role” diskutierten die jordanischen Botschafter die Rolle diplomatischer Missionen im Ausland, um Jordaniens politische und insbesondere wirtschaftliche Rolle zu verbessern. Während des Forums lancierte der König einen Fonds zur Erhöhung des Potentials der jordanischen Botschaften und zur Unterstützung ihrer Rolle bei der Förderung wirtschaftlicher Reformen. Der König sagte, der Fonds werde die neue Richtung fördern, den Botschaften eine aktive Rolle bei der Steigerung der nationalen Wirtschaft und der Unterstützung wirtschaftlicher Verbindungen mit anderen Ländern zu übertragen. Der König forderte die Seniordiplomaten auf, sich darauf zu konzentrieren, die wirtschaftlichen Beziehungen des Königreichs mit anderen Ländern und der ausländischen Privatwirtschaft voranzutreiben. Viele Vertreter der Privatwirtschaft nahmen an dem dreitägigen Forum teil und führten mit den jordanischen Abgesandten Gespräche über Möglichkeiten zur Steigerung der Zusammenarbeit. Außenminister Dr. Marwan Muasher sagte, der Leitgedanke des Forums sei es zu betonen, dass die wirtschaftliche Arbeit der Botschaften ebenso wichtig sei wie ihre politischen Aktivitäten. Er spornte die diplomatischen Missionen dazu an, auf eine Art und Weise in Jordaniens starke politische Bindungen mit vielen Ländern der Welt zu investieren, die einem Aufschwung der nationalen Wirtschaft zugute komme. 

Jordanische und irakische Geschäftsleute gründen Investment-Unternehmen mit einem Kapital von US $ 70.4 Millionen 

Jordanische und irakische Geschäftsleute sind darin überein gekommen, ein Joint-Investment-Unternehmen zum Wiederaufbau des vom Krieg zerstörten Irak zu gründen, sagte Khaldoun Abi Hassan, eines der Gründungsmitglieder der Gesellschaft. Abu Hassan erklärte, die „Jordanian-Iraqi Development and Investment Co.“ mit einem Kapital in Höhe von US $ 70.4 Millionen werde ihren Hauptsitz in Amman haben und bald auch Büros im Irak eröffnen. Abu Hassan sagte weiter, bei dem Investmentunternehmen, dem ersten seiner Art seit Beendigung des Krieges, handele es sich um eine Shareholding-Gesellschaft. Etwa 30 irakische und 40 jordanische Führungskräfte und Bankkaufleute legten den Grundstein für dieses Unternehmen. 

Mohammad Abu Hammour, Minister für Industrie und Handel, welcher der Gründungszeremonie der Gesellschaft beiwohnte, unterstrich die Bereitschaft der Regierung, die notwendigen Vergünstigungen zu schaffen sowie alle administrativen Verfahren zu erleichtern, um der Arbeit der Gesellschaft zum Erfolg zu verhelfen. Haidar Murad, Präsident des Dachverbandes der jordanischen Handelskammern, sagte, die Gesellschaft werde zusammen mit anderen Institutionen der Privatwirtschaft von Projekten zum Wiederaufbau des Irak profitieren. 

Vorbereitungen zur ersten IP-Konferenz im Gange 

Jordanien stellt sich auf die erste "Intellectual Property (IP)"-Konferenz der Region ein, die während der zweiten Augustwoche stattfindet und mit großen Erwartungen an ein sich ausbreitendes Bewusstsein für IP-Sicherheitsmaßnahmen und deren Einfluss auf die soziale und wirtschaftliche Entwicklung verbunden ist. Man erwartet, dass diverse Schlüsselorganisationen, die für ihre Rolle bei der weltweiten Entwicklung von IP bekannt sind, die "Intellectual Property"-Woche besuchen werden, die für den Zeitraum vom 11. bis 14. August angesetzt ist. Dazu gehören das „US Patent and Trademark Office“, die „World Intellectual Property Organisation“ (WIPO), die „United States Agency for International Development“ (USAID) sowie eine Reihe lokaler und arabischer öffentlicher sowie privater Organisationen. Nach Aussage der „Jordanian Intellectual Property Association“ (JIPA), den Organisatoren der Veranstaltung, entspricht das regulatorische Umfeld des Landes höchsten internationalen Standards und ist deshalb ein Modell für die Region. Das Land hat seit seiner Aufnahme in die Welthandelsorganisation im Jahr 2000 und nach Unterzeichnung des Freihandelsabkommens mit den USA in 1999 große Fortschritte bei der Unterstützung von IP-Schutzgesetzen gemacht. 

EC-Delegation betrachtet Jordanien als besten Leistungsträger der Euro-Med Partner 

Die Delegation der Europäischen Kommission (EC) in Amman veröffentlichte ihren Jahresbericht für das Jahr 2002 und hob hervor, dass Jordanien bei weitem der beste Leistungsträger unter den zwölf Mittelmeerländern der Euro-Med-Partnerschaft sei. Das Königreich machte von über 67 % der zur Verfügung gestellten Subventionen Gebrauch. Das liegt weit über der durchschnittlichen Auszahlungsrate  von 39 % für alle anderen Länder, die zum MEDA-Programm gehören, dem Finanzinstrument der Euro-Med-Partnerschaft. Der Report bestätigte, dass es Jordanien gelungen sei, das wirtschaftliche Wachstum trotz auswärtiger Hiobsbotschaften, wachsender Spannungen und Unsicherheiten in der Region auf 4.9 % pro Jahr voranzubringen. Er lobte außerdem das wirtschaftliche Reformprogramm, das abhängig von Modernisierungen und der Förderung von Investments ist, sowie die Entwicklung eines wettbewerbsfähigen Privatsektors, die dazu ausgerüstet ist, Nutzen aus dem Freihandelsabkommen mit den USA und der Assoziierungsvereinbarung mit der Europäischen Union (EU) zu ziehen und einen umfassenden Antrieb in Richtung freier Handel und Liberalisierung zu geben. 

IWF beendet erste Nachprüfung der Stand-By-Vereinbarung Jordaniens und bewilligt Auszahlung von US $ 30 Millionen 

Der geschäftsführende Vorstand des Internationalen Währungsfonds (IWF) schloss seine erste Nachprüfung über die jordanische Performance unter einer zweijährigen Stand-By-Vereinbarung über US $ 119 Millionen ab, die am 3. Juli 2002 abgeschlossen wurde. Dieser Beschluss befähigt Jordanien zur Inanspruchnahme von ca. US $ 30 Millionen, was die insgesamt unter dem Programm zur Verfügung stehende Summe auf US $ 45 Millionen erhöht. Nach einer Pressemeldung des IWF beabsichtigt die Regierung jedoch nicht, angesichts der Stärke der Auslandsposition des Königreichs Anspruch auf die zur Verfügung gestellte Finanzierung zu erheben. Indem er die Auszahlung genehmigte, bewilligte der geschäftsführende Vorstand des IWF auch eine Verzichtserklärung auf Nichterfüllung der strukturellen Leistungskriterien bezüglich der Rentenreform-Strategie und der Erwerbsunfähigkeitsrente. 

Anne Krueger, stellvertretende geschäftsführende Direktorin und amtierende Vorsitzende, sagte "die jordanische Wirtschaft habe in 2002 trotz des schwierigen regionalen Umfelds ausgezeichnete Ergebnisse erzielt, und die Behörden sollten für ihr Engagement für eine gesunde gesamtwirtschaftliche Politik und weitreichende strukturelle Reformen gelobt werden. Der außenpolitische Sektor zeigte bemerkenswerte Stärke und spiegelte die beharrliche Vorgehensweise der Behörden zu strukturellen Reformen einschließlich der Liberalisierung des Handels wider. Kontinuierliches, von Export gestütztes Wachstum wird der Schlüssel sein, der dazu beitragen wird, den Lebensstandard und die Arbeitsplätze zu verbessern und die Armut zu mindern.“ 

Investitionen stiegen in sieben Monaten um 56 % 

Das Volumen lizenzierter Investitionsprojekte in Jordanien stieg in den ersten sieben Monaten dieses Jahres um 56 % und erreichte JD 160 Millionen (€ 192 Millionen), verglichen mit JD 91 Millionen (€ 110 Millionen) im Vergleichszeitraum 2002. Offiziellen Statistiken zufolge lagen die Projekte in 2003 trotz dieses Wachstums unter denen früherer Jahre wie 2000 mit einem Volumen von JD 793 Millionen (€ 955 Millionen) sowie 2001 mit einem Volumen von JD 881 Millionen (€ 1,061 Milliarden). Grund des Rückgangs war die regionale Instabilität als Folge der Intifada und der Irak-Krieg, der viele Investoren abschreckte. Da sich die politische Situation verbessert hat, erholen sich allmählich die Bedingungen für Investitionen, sagte eine informierte Quelle, die der Hoffnung Ausdruck verlieh, dass die Investitionen Ende dieses Jahres eine Höhe von JD 500 Millionen (€ 602 Millionen) erreichen werden.  In den ersten sieben Monaten 2003 führte der Industriesektor die Liste der Investitionsprojekte an und verzeichnete 89 % der Gesamtinvestitionen, gefolgt vom Hotelsektor mit einem Anteil von 7 %. Der verbleibende Betrag schließt Investitionen in den Bereichen Landwirtschaft, Krankenhäuser, Eisenbahn, Tourismus und Unterhaltungsindustrie ein. 

S&P erhöht trotz regionaler Spannungen Jordaniens Einstufung 

Der Rating Service von Standard & Poor hat seine langfristige Fremdwährungs-Beurteilung von 'BB' auf 'BB-' und seine langfristige Beurteilung der Inlandswährung von 'BBB' auf 'BBB-' geändert. Gleichzeitig bestätigte Standard & Pool für Jordanien die kurzfristige Beurteilung der Bonität von 'B' für Auslandswährung und 'A-3' für lokale Währung. Die Aussichten sind stabil. "Die Anhebung reflektiert den zu erwartenden  graduellen Rückgang der allgemeinen Nettoverschuldung der Regierung auf 63.5 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in 2006 von gegenwärtig 84.5 % als Folge einer vorteilhaften Schuldenbehandlung, Schulden-Swap-Geschäften und eines angemessenen Finanz-Defizits", sagte Serge Ghanem, der Darlehnsanalytiker von Standard & Poor. 

Trotz bestehender regionaler Probleme wird das Engagement der Behörden, ein Wirtschaftswachstum von 5.5 bis 6 % in 2004 untermauern.  Die Behörden setzen sich für eine Beschleunigung struktureller Reformen im Rahmen des Plans für eine soziale und wirtschaftliche Umgestaltung ein.  Diese Bemühungen werden von großzügigen ausländischen Subventionen und einem stabilen währungspolitischen Umfeld unterstützt. 

IFC  und Citigroup richten in Jordanien Handelsvergünstigungen über US $ 70 Millionen ein und investieren US $ 15 Millionen in Jordaniens pharmazeutischen Sektor 

Die "International Finance Corporation" (IFC), der privatwirtschaftliche Zweig der World Bank Group, und die Citigroup unterzeichneten eine Erweiterung der Handelsvergünstigungen in Höhe von US $ 70 Millionen, um die Finanzierung für privatwirtschaftliche Importeure von Anlagegütern und Rohstoffen in Jordanien und dem Libanon zur Verfügung zu stellen. Die Vergünstigung schließt vier Banken ein: Die “Cairo Amman Bank“ und die „Export & Finance Bank“ in Jordanien sowie zwei weitere Banken im Libanon. Die Citibank sowie die Niederlassungen der N.A. in Jordanien und dem Libanon werden ebenfalls von dieser Erweiterung profitieren. IFC garantiert in allen Fällen 50 % jeder Transaktion. 

Karl Voltaire, der Geschäftsführer des globalen Finanzmarktes, sagte: „Diese Vergünstigung erhöht die Verfügbarkeit der Außenhandelsfinanzierung für Importeure in der Region des Nahen Ostens, indem sie die Landeshöchstbeträge unterstützt, die kommerziellen Banken zur Verfügung stehen, die gegenwärtig in Jordanien und dem Libanon tätig sind. Sie wird dazu beitragen, das Niveau des Handels-Finanzflusses zum privaten Sektor in Jordanien und dem Libanon in Zeiten aufrecht zu erhalten, in denen eine solche Finanzierung benötigt wird.“ 

IFC hat außerdem eine Vereinbarung zur Bereitstellung eines Firmendarlehens über US $ 15 Millionen unterzeichnet, der die Expansion der Hikma-Gruppe unterstützen soll, einem pharmazeutischen Unternehmen mit Hauptsitz in Jordanien. Die Transaktion wird dazu beitragen, eine Reihe laufender Projekte von Hikma zu finanzieren, einschließlich der Steigerung der Produktion und R&D-Einrichtungen in Jordanien, dem Bau einer neuen Anlage  in Algerien sowie die Erweiterung der Produktionsstätten auf Portugal. Das Projekt wird durch Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit einer der wenigen jordanischen globalen Mitspieler einen starken Einfluss auf das Wachstum haben und zum Wachstum des jordanischen pharmazeutischen Sektors beitragen, einem Hauptmitwirkenden an den Exporten des Landes.

Herausgegeben von der Jordanischen Botschaft. Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Herrn Haitham Abu Alfoul, phone 30-36 99 6033  fax 30-36 99 6011, [email protected].

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