JORDANISCHER Nachrichtenbrief

 

 

 

Ausgabe August 2002

 

Der König ersucht die Gesandten des Königreichs, Wirtschaftsangelegenheiten in den Vordergrund zu stellen 

Seine Majestät König Abdullah II betonte, dass Politik nicht der alleinige Mittelpunkt der Arbeit jordanischer Botschafter im Ausland sein sollte und führte aus, dass wirtschaftlichen Angelegenheiten die gleiche Beachtung geschenkt werden müsse. „Jeder von Ihnen ist politischer und wirtschaftlicher Gesandter des Königreiches, der helfen sollte, Brücken zwischen Jordanien und der übrigen Welt zu schlagen“, sagte der König während der Eröffnungsveranstaltung des „Ersten Jordanischen Wirtschaftsforums der Botschafter“, das Mitte August stattfand. Seine Majestät kündigte für das nächste Jahr die Verleihung eines jährlichen Preises an diejenige jordanische Botschaft mit der besten Leistung im Bereich Wirtschaft an. Jordaniens höhere Diplomaten erhielten aus erster Hand Instruktionen über die wirtschaftlichen Errungenschaften des Landes, um die Möglichkeiten des Königreiches mit Hilfe ihrer  Missionen besser fördern zu können. Außerdem fand ein reger Meinungsaustausch zwischen öffentlichen und privaten Bereichen statt, um lukrative Möglichkeiten zu erarbeiten, durch die ausländische Investoren gewonnen werden können. 

Die deutsche Regierung stellt Förderung für jordanische „e-government“-Initiative bereit 

Das jordanische Ministerium für Informations- und Kommunikationstechnologie (MoICT) und die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) haben ein Abkommen über die Bereitstellung von Ausbildungs- und technischen Beratungen im Bereich des „e-government“ Programms unterzeichnet. Das Abkommen unterstützt die Initiative der Regierung, Bürgern mit Hilfe des „e-government“-Programms bessere Informationen und Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen. Die Partnerschaft im Wert von € 511.000 ist Teil einer Subvention der deutschen Regierung an die jordanische Regierung. Sie stellt dem „e-government“-Programm Trainingsmittel, örtliches technisches Personal, Personal für die Verwaltung sowie internationale Experten zur kurzfristigen Überwachung und Arbeit an speziellen Aufgaben des Projektes zur Verfügung. 

Jordanisches ICT Forum 

Vom 30. September bis 1. Oktober 2002 findet in Amman das „Jordanische ICT Forum“ statt. Das Forum ist das erste internationale Forum für Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) des Königreichs und steht unter der Schirmherrschaft Seiner Majestät König Abdullah II. Das Forum dient als Plattform, um jordanische Bemühungen und Errungenschaften im Aufbau einer pulsierenden Industrie zur Entwicklung exportorientierter ICT-Produkte und -Dienstleistungen darzustellen. Die Veranstaltung wird insbesondere Möglichkeiten für ausländische Investoren vorstellen und das Interesse nationaler, regionaler und internationaler Medien und Unternehmen wecken. Für weitere Informationen oder um eine Online-Reservierung vorzunehmen, besuchen Sie bitte die folgende Website: www.jordanictforum.com. 

Therapeutischer Tourismus kann 2002 voraussichtlich Zunahme verzeichnen

Die therapeutische Tourismusindustrie erwartet in diesem Jahr 126.000 Patienten und erwirtschaftet dadurch voraussichtlich € 600 Millionen. Jordanien bietet ausländischen Patienten durch qualifizierte medizinische Dienstleistungen eine attraktive Form des therapeutischen Tourismus zu Preisen an, die erheblich unter denen der Herkunftsländer dieser Patienten liegen. Häufig sind für Touristen diese therapeutischen Dienstleistungen Teil einer Pauschalreise; für diesen Zweck stehen besondere Unterbringungsmöglichkeiten zur Verfügung. 2001 verbuchten die  Krankenhäuser etwa 100.000 ausländische Patienten, und der therapeutische Tourismus verzeichnete Einnahmen in Höhe von € 500 Millionen. 

Tejari lanciert örtliches Unternehmen zur Förderung des e-Geschäfts 

Tejari, eines der ersten business-to-business Elektronikmärkte des Nahen Ostens, lancierte offiziell die Gesellschaft „Tejari Jordan“, die Kunden aus dem privaten wie auch dem öffentlichen Sektor die Vorteile der business-to-business e-Dienstleistungen anbietet. Nach Angaben von Sprechern ermöglicht „Tejari Jordan“ Käufern und Verkäufern, innerhalb einer abgesicherten Internet-Umgebung Geschäfte abzuwickeln und Informationen auszutauschen. Außerdem dient „Tejari Jordan“ den Erfordernissen der e-Vermittlung im privaten wie auch im Regierungssektor. Tejari ist seit zwei Jahren in Saudi-Arabien tätig und sagt, man habe Jordanien auf Grund seiner förderlichen e-Umgebung und seines großen Handelspotentials als ersten Ausgangspunkt gewählt. Tejari wird als Teil eines Gemeinschaftsunternehmens mit der in Jordanien ansässigen Firma Salam International fungieren. 

ASEZ – Die Aqaba Zone 

Die „Aqaba Special Economic Zone Authority (ASEZA)“ kündigte an, dass die „Jordan-Qatar Company for Tourism Boats (JQCTB)“, die unter dem Namen „Fun and Sun“ firmiert, im Oktober in Aqaba die erste Phase ihres Investitionsprojektes einschließlich einer Vielzahl von Entspannungsmöglichkeiten, die sich auf dem höchsten Stand der Technik befinden,  vorstellen wird. Das Projekt ist Teil der Zukunftsvision der ASEZA, Aqaba zu einem vielseitigen Gebiet mit einem großen Angebot an Gewerbe, Tourismus und Freizeitmöglichkeiten auszubauen. Die Niedrigtarif-Zone bietet Investoren eine Vielzahl von Vergünstigungen, um € 6 Milliarden Investment anzuziehen. Aqaba ist für seine strategisch günstige Lage und sein das ganze Jahr hindurch angenehmes Klima bekannt, und die am Roten Meer gelegene Küste mit ihren einzigartigen Korallen bietet Wassersportbegeisterten und Tauchern viele Freizeitmöglichkeiten. 

Wirtschaftsstudie – Jordaniens Exporte für den US-Markt haben zugenommen 

Eine von der „Royal Scientific Society“ in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung durchgeführte Wirtschaftsstudie machte deutlich, dass der Exportumfang in die Vereinigten Staaten nach Unterzeichnung des Jordanisch-Amerikanischen Freihandelsabkommens erheblich zugenommen hat. Die Studie mit dem Titel „Das US-Jordanische Freihandelsabkommen – Bewertung industrieller Zonen als Modell  für Industrieentwicklung“ zielt darauf ab, Jordaniens Status als eines der vier Länder hervorzuheben, die ein Freihandelsabkommen mit den USA unterzeichnet haben und von diesem Abkommen profitieren. Das Freihandelsabkommen wurde im Oktober 2000 unterzeichnet und trat im Dezember 2001 in Kraft.

Nach Angaben des monatlichen Mitteilungsblattes des statistischen Amtes nahm in den vergangenen sechs Monaten dieses Jahres das jordanische Wirtschaftsdefizit ab. Der Grund hierfür liegt in den steigenden Raten für Export und re-exportierter Waren sowie dem Sinken der Importrate im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Exporte stiegen um 16 % auf € 997 Millionen, während die re-exportierten Güter um 61 % auf € 323 Millionen stiegen. Die Importrate fiel um 3.5 % auf € 2312 Millionen. Als Resultat dieser Entwicklung sank das Wirtschaftsdefizit um 26 % von € 1339 auf € 992 Millionen. 

Ägyptisches Konsortium gewinnt Ausschreibung über Erdgas-Pipeline

Das ägyptische EPEG-Konsortium gewann eine Ausschreibung zum Bau einer Erdgas-Pipeline, die Aqaba mit den nördlichen Landesteilen Jordaniens verbinden wird. Das Konsortium schließt die Egypt Holding Gas Company, GASCO, Petrojet und Emppi ein. Die Regierung wird demnächst in Verhandlungen mit dem Konsortium treten, um Einzelheiten des Projektes abzustimmen. Die Pipeline wird auf der „Build-Own-Operate-Transfer (BOOT)“-Basis in Kraft treten und soll schätzungsweise € 220 Millionen kosten. Die Pipeline ist Teil eines regionalen Projekts, mit dessen Hilfe Ägypten, das über nachgewiesene Erdgasreserven verfügt, Jordanien und andere Nachbarländer mit Erdgas versorgen wird. 

Siemens beaufsichtigt die Einführung von Fastlink-Schaltertechnologie 

Ein Fachberater-Team von Siemens beendete kürzlich seine Beobachtungen im Rahmen der PowerCP-Prozessoren für Fastlink zellengesteuerte Schalter, eine sich auf dem höchsten Stand der Technik befindliche Technologie, die erstmals im Nahen Osten vorgestellt wurde. Nach China und Süd-Afrika ist Jordanien das dritte Land, das ein derart fortschriftliches Herstellungsverfahren in Betrieb nimmt. Jordaniens Inbetriebnahme von PowerCP-Prozessoren in sieben Fastlink-Schaltern hat die Schnelligkeit übertroffen, mit der einige europäischer Länder diese Technologie übernommen haben. 

ACI lanciert neue Website 

Die „Amman Chamber of Industry (ACI)“ hat ihre neu gestaltete Website www.aci.org.jo lanciert. Die Website bietet einen leichten Zugriff zu aktuellen Daten und Informationen über die jordanische Wirtschaft im allgemeinen und über den industriellen Sektor im besonderen.

Herausgegeben von der Wirtschaftsabteilung der Jordanischen Botschaft. Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Herrn Haitham Abu Alfoul, phone 30-36 99 600 fax 30-36 99 6011, [email protected].