JORDANISCHER Nachrichtenbrief

 

 

 

Ausgabe April 2002

 

Der König eröffnet  “Free Media City”

Seine Majestät König Abdullah II eröffnete Ende März 2002 die „Free Media City Company“, die der freien Medien Zone als Mittelpunkt dienen soll. Ein mehrere Millionen Dollar starkes Unternehmen, das gemeinsam von der jordanischen Regierung und der „Dalleh Media Production Company“ unterhalten wird, ist Teil von König Abdullah’ s Bemühungen, Jordaniens regionale Medienfähigkeit zu entwickeln und hilft Arbeitsplätze zu schaffen. Das „Media City Company-Projekt“ kostet rund 165 Millionen Euro, von denen allein 32,5 Millionen für die Markteinführung ausgegeben wurden. Die Firma wird für Investitionen im Media Service verantwortlich sein, einschließlich Produktion, Fernsehstudios, Sendestationen, Bereitstellung von Internet Service und Verteilung der verschlüsselten digitalen Kanäle. Die Gesellschaft hofft, eines der führenden Zentren in der arabischen Welt zu werden, in dem sie modernes Fernsehen und Dienstleistungen im Medienbereich anbietet. Der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, ebenfalls Präsident der in Rom ansässigen „Arab Radio and Television (ART) Company“, sagte, seine Firma folge der Einladung Seiner Majestät König Abdullahs in Jordaniens Medienbereich zu investieren. Er fügte hinzu, dass das Projekt Jordaniens Vertrauen in sein Arbeitskräftepotential, als eine wichtige und grundlegende Kraft nach Entwicklung und Fortschritt widerspiegelt. 

Finanzminister: 5 % Wachstum für 2002 erwartet

Finanzminister Michael Marto äußerte, das die jordanische Wirtschaft in 2001 eine positive Leistung erzielt hat, wobei das Wachstumsverhältnis 4,2 %  erreichte und die Exporte um 25 % stiegen. In diesem Jahr wird ein Wachstum von mehr als 5 % bei einer Inflation von 3,5% erwartet. Er sagte, dass Jordanien im Begriff ist ein neues Wirtschaftsreform-Programm für den Zeitraum von zwei Jahren durchzuführen. Zurzeit werden Verhandlungen mit der Weltbank geführt, um eine Einigung über den allgemeinen Rahmen dieses Programms zu erreichen. Marto erklärte, dass diese Maßnahme unbedingt erforderlich ist, um Jordanien bei den Rückzahlungsmodalitäten externer Schulden zu helfen, worüber im kommenden Juli im Paris Club gesprochen wird. Die Finanzpolitik der Regierung zielt darauf ab, das Haushaltsdefizit zu verringern und demzufolge auch die Inlands- und Auslandsschulden im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt, fügte er hinzu. Marto betonte, dass das Haushaltsdefizit, die Ausgaben für soziale und wirtschaftliche Reformpläne eingeschlossen, 4,1 % erreichen wird. 

Bemühungen im Tourismusbereich zahlen sich aus

Jordaniens Touristiksektor war auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) Berlin 2002 stark vertreten mit dem Ziel den Fremdenverkehr wieder zu beleben besonders nach den Angriffen vom 11. September und der steigenden Gewalt in den Palästinensergebieten. Der Minister für Tourismus und Altertümer, Taleb Rifai, äußerte, dass Jordaniens jüngste Teilnahme an der ITB neue Kanäle zu ausländischen Partnern öffnete, die alle bestrebt sind, die Rezession im globalen Tourismus zu überwinden. Die meisten Teilnehmer kamen nach Jordanien mit Verträgen zurück, um an der Planung von Gruppenpauschalreisen mit europäischen Partnern zu arbeiten, sagte Rifai. Nach Äußerung des Generaldirektors von Jordaniens Fremdenverkehrsverband, Marwan Khoury, fielen die Ergebnisse besser aus als erwartet. Khoury betonte, dass einige Medienberichte einen falschen Eindruck über den Nahen Osten erweckten, die Intifada und die damit verbundene Gewalt hätte sich auf Jordanien ausgeweitet.

Die Region des Nahen Ostens erlitt den größten Verlust im Tourismusbereich, mit einem Rückgang von 30 % im letzten Quartal 2001. Was die internationalen Fluggastzahlen betrifft, dem größten Anteil des Auslandsmarktes, erging es Jordanien  mit nur 11 % Einbuße etwas besser als den Partnern in der Region.

Die Zeichen der Erholung werden veranschaulicht in einem Anstieg der Passagiere nach Jordanien, in neuen Geschäftsabschlüssen mit ausländischen Unternehmern und mehr seefahrenden Touristen, die im Hafen des  Badeortes Aqaba ankommen. Die Lufthansa brachte  die Zahl ihrer wöchentlichen Flüge fast auf den Stand vor dem 11. September zurück. Nach offiziellen Lufthansaangaben aus Amman, sind im April 40 Gruppenreisen mit Ankunft in Amman registriert. Man sagte jedoch auch, dass die regionale Situation sich auf die Buchungen störend auswirkt. Auch die KLM hat die Flugfrequenz  erhöht, um Passagiere anderer Fluggesellschaften unterzubringen, die nicht regelmäßig nach Jordanien fliegen. Ferner konnte die „Royal Jordanian Airlines“ im Februar eine bemerkenswerte Erholung aufweisen. Aqaba, Jordaniens alleiniger Seezugang, erfreut sich steigender touristischer Aktivität. Nach Ansicht eines ASEZ-Mitarbeiters zeigten die Buchungen der europäischen Reiseveranstalter 4.000 bis 5.000 Kreuzfahrtpassagiere, die in Aqaba im März, April und Mai von Bord gehen. 

Aqaba’ s Zukunft reich an guten Investitionsmöglichkeiten

Die jordanische Regierung sieht in Kürze dem Abschluss eines Vertrages mit einer Firma entgegen, die an der Entwicklung der Aqaba-Region interessiert ist. Sie wird nach Aussage des Staatsministers und Ministers für Volkswirtschaft, Mohammad Halaiqa, Maßnahmen durchführen, um Hindernisse bei den hiesigen und ausländischen Investitionen zu beseitigen.

Er sagte, ausgehend von der Leistung der „Aqaba Special Economic Zone“ (ASEZ), dass Aqaba’ s Zukunft Investoren  eine Vielzahl von Möglichkeiten in Industrie- und Tourismusprojekten der Hafenstadt bieten wird.  Sie sind an die Bedingung gebunden, dort neue Arbeitsplätze zu schaffen und einträgliche Steuereinnahmen für das Finanzministerium zu sichern. Der Minister gab jedoch den Namen der Firma nicht bekannt. Die ASEZ erwartet in den nächsten 20 Jahren einen Investitionszufluss von 6.5 Milliarden Euro und einen Zuwachs von 70.000 Stellen. 

EU bewilligt Jordanien 20 Millionen Euro für die Unterstützung von Reformen

Jordanien und die Europäische Union (EU) unterzeichneten Mitte April ein Abkommen über 20 Millionen Euro zur Finanzierung  des „Support Regulatory Reform Program“ (SRRP ). Von diesem Reformprogramm erwartet man die Partnerschaft zwischen öffentlichen und privaten Sektoren zu stärken, ein attraktives Investitionsklima zu entwickeln und von europäischer Expertise zu profitieren. Der Minister für Planung, Dr. Bassem Awadallah, sagte, das Programm würde die Regierungsbemühung erhöhen, ein Wirtschaftsreform-Programm einzuführen, welches die Rolle des privaten Sektors stärkt.  Das Programm sollte im Zusammenhang mit dem Prozess der Wirtschaftsentwicklung bahnbrechend sein. Geschäftsleute werden ermutigt in den Dienstleistungsbereich zu investieren, in Bereiche wie Telekommunikation, Post, Elektrizität und Transport, sagte Dr. Awadallah. 

Wasser Workshop prüft die Aussichten privater Investitionen

Das Ministerium für Wasser und Bewässerung (MWI) hielt in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) in Amman ein Seminar zum Thema Wasserprojekte ab, um die Aussichten des privaten Investitionssektors zu prüfen. Der Erfolg der LEMA Gesellschaft im Wasservertriebsmanagement im Großraum Amman ermutigt das Ministerium weitere Investoren mit ähnlichen Projekten für die nördliche Region zu gewinnen, zu einem späteren Zeitpunkt für die übrigen Verwaltungsbezirke. LEMA, ein französisch-jordanisches Unternehmen, übernahm das Management von Ammans Wasservertriebssystem 1999. Privatinvestoren werden eingeladen sich an Projekten zu beteiligen, die Khirbet Al Samra Kläranlage sowie das Wasser Management  und die sanitären Anlagen in Irbid, Ajloun, Jerash und Mafraq eingeschlossen. Voraussichtlicher Beginn Ende 2003. MWI wird außerdem Angebote einholen, um die „Aqaba Water Company“ im gleichen Zeitraum zu gründen. 

int@j entdeckt neue Grenzen auf der CeBIT

Die „Information Technology Association – Jordan“ (int@j) beendete ihre 8-tägige Teilnahme an der CeBIT 2002, die im letzten Monat in Hannover stattfand. Das Öffnen neuer Verbindungen in der Zusammenarbeit zwischen Jordanien, Deutschland und anderen Ländern ebenso wie die Schaffung zukünftiger Geschäftsmöglichkeiten für jordanische Firmen waren die wichtigsten Ergebnisse von int@j’s Teilnahme an der CeBIT.

Herausgegeben von der Wirtschaftsabteilung der Jordanischen Botschaft